Termingerecht wurde Anfang Juli der genedec GmbH der …
[mehr]Am 16. Mai 2009 haben die genedec GmbH und das …
[mehr]Für den Test unserer Weiterentwicklung der Software zur …
[mehr]Von der Entstehung einer Lebensart bis zu Ihrem Aussterben vergehen auf der Erde im Mittel rund 4 Mio. Jahre. Die Ameisen gibt seit mehr als 130 Mio. Jahren. Sind heute mit geschätzt 12.500 Arten vertreten. Ihre Biomasse übersteigt die aller Menschen bei weitem, obwohl die einzelne Ameise in der Regel nur wenige Milligramm wiegt. Die Ameisenstaaten können aus einigen hundert bis zu einigen Millionen Individuen bestehen. Es sind Ameisenkolonien mit vielen Tausend Nestern und mehreren 100 Millionen Ameisen bekannt.
Diese Zahlen sprechen für eine äußerst erfolgreiche Spezies. Das fasziniert um so mehr, als die einzelne Ameise völlig hilflos ist, keine Problemlösungen findet, geschweige denn eine langfristige Strategie entwickeln kann. Und doch reagieren Ameisenstaaten als Ganzes schnell, äußerst flexibel und effizient auf Umwelteinflüsse. Dieser sogenannten kollektiven Intelligenz oder Schwarmintelligenz verdanken die Ameisen ihre enorme Anpassungsfähigkeit und daraus resultierend ihren weit überdurchschnittlichen Erfolg als Art.
Die Schwarmintelligenz findet man auch bei vielen anderen Tierarten. Bei den staatenbildenden Insekten, wie Bienen oder Wespen, ist sie weit verbreitet. Aber auch bei Zugvögeln, Makrelen oder wandernden Gnus findet man dieses Phänomen. Die Ameisen stechen hier hervor, weil sie ausschließlich auf die kollektive Form der Intelligenz setzen. Im Kern beruht das Prinzip immer darauf, dass eine große Zahl von Individuen nach ganz einfachen Regeln interagiert. Kein Individuum sagt dem anderen, was es tun soll, eine Führungskraft ist überflüssig. Je einfacher die Regeln, die jedes Individuum befolgt, desto flexibler das gesamte Kollektiv.
Da wundert es nicht, dass sich auch der Mensch diese erfolgreiche Strategie zunutze machen möchte. Für die Routenplanung von Lastwagen, die Steuerung militärischer Roboter, Lösungen im Bereich der Paketlogistik und die Erstellung von Flugplänen wurde die Vorgehensweise der Ameisen in einen mathematischen Formalismus übertragen und erfolgreich angewandt. Nicht zuletzt durch James Surowieckis populäres Buch „Die Weisheit der vielen – warum Gruppen klüger sind als Einzelne“ hat das Thema kollektive Intelligenz auch Unternehmen und Managementseminare erreicht. Allein die praktische Umsetzung fällt schwer, insbesondere dann, wenn es darum geht, Strategien oder Entscheidungen für Unternehmen oder Organisationen zu finden.
Die größten Unternehmen der Welt, wie Wal-Mart mit rund 2 Mio. Mitarbeitern oder Siemens und Volkswagen mit je knapp 400.000 Mitarbeitern, können in der Anzahl der Individuen problemlos mit den Ameisenstaaten mithalten. Dennoch vertrauen alle Großunternehmen nach wie vor auf das hierarchische Führungsmodell mit dem leistungsfähigsten Individuum an der Spitze. Auch wenn Surowiecki zu dem Schluß kommt „vieles...weist darauf hin, dass eine aus verschiedenartigen Leuten zusammengesetzte Gruppe mit besseren, verlässlicheren Prognosen hervortreten und intelligentere Entscheidungen treffen wird, als selbst der kompetenteste Entscheidungsträger“, so muß er doch erkennen „Es ist ein Rätsel warum amerikanische Großunternehmen so wenig bis gar kein Interesse am Einsatz von Entscheidungsmärkten gezeigt haben.“
So verwunderlich ist das natürlich nicht, wenn man bedenkt, dass die Säugetierarten, mit dem Menschen an die Spitze, die höchste Individualintelligenz besitzen und den Erfolg ihrer Arten meist kleinen Gruppen mit nur wenigen Dutzend Individuen geleitet von sorgsam ausgewählten „Leittieren“ verdanken. Daher fällt es uns heute schwer, von diesem Erfolgsmodell im Alltag abzulassen, auch wenn wir durch die Zivilisation unsere Rahmenbedingungen so nachhaltig verändert haben, so dass eigentlich ein Schuss kollektive Intelligenz dringend vonnöten wäre.
Die Software genedecSuite macht Unternehmen und Organisationen eine wohl dosierte Portion kollektive Intelligenz für den Prozess der Entscheidungsfindung zugänglich. Für einzelne Entscheidungen finden sich in der von der Software zur Verfügung gestellten Arbeitsumgebung überschaubare Teams zusammen. Diese werden mit Hilfe der Expertendatenbank SkillScout aus dem Kollektiv aller Fachleute eines Unternehmens so zusammengestellt, dass die Meinungsbildung im Team unabhängig, dezentral und diversifiziert stattfindet. Das Management erhält für die Entscheidungsprozesse, in denen es nicht zum jeweiligen Team gehört, leistungsfähige Werkzeuge an die Hand, um die Prozesse einem effizienten Monitoring zu unterziehen. Jede Entscheidung unterliegt einer strengen Normenkontrolle, welche die Einhaltung von steuerlichen, rechtlichen und unternehmensstrategischen Rahmenbedingungen sicher stellt. genedecSuite heißt damit, von den Ameisen lernen, ohne sie zu kopieren.
Genedec, Januar 2009